Luftdichtheit von Gebäuden
Es gibt viele Gründe, ein Gebäude luftdicht zu gestalten:
1. Vermeidung von Tauwasser in der Baukonstruktion
Wenn warme, feuchte Luft aus dem Innenraum durch Fugen in den kälteren Bereich der Baukonstruktion gelangt, kann der enthaltene Wasserdampf dort kondensieren, da kalte Luft weniger Wasser halten kann als warme.
Tritt der Fall ein so löst dieser oftmals eine Kettenreaktion aus indem durch das anfallende Wasser die Dämmwirkung des Baustoffes herabgesetzt wird und hierdurch die Konstruktion noch stärker abkühlt was wiederum einen noch größeren Tauwasserausfall bewirkt. Dies führt oftmals zur völligen Zerstörung der Baukonstruktion durch Schimmel und sonstige Pilze.
2. Verringerung der Energieverluste
Während bei der Wärmedämmung (Verringerung der Transmissionswärmeverluste) heute ein hoher Standard erreicht ist, ist die Luftdichtheit (Verringerung der Lüftungswärmeverluste) bisher zu wenig beachtet worden. Bei modernen Häusern schlägt der Lüftungswärmeverlust anteilmäßig mit über 50 Prozent zu Buche. Die Lüftungswärmeverluste lassen sich mit relativ geringem Aufwand reduzieren.
3. Verhinderung des Eintrages von Luftschadstoffen in die Raumluft
Je nach Windrichtung kann die Strömungsrichtung der Luft durch die Leckstellen des Gebäudes sich umkehren. Wenn die Luft in das Gebäude hinein strömt, können gesundheitsschädliche Fasern des Dämmmaterials in den Innenraum gelangen. Weiter ist zu beachten, dass sich Schimmel ansiedeln kann (siehe Punkt 1.). Durch eine Strömungsrichtungsumkehr können schädliche Schimmelsporen in die Atemluft gelangen.
4. Vermeidung von kalten Fußböden im Erdgeschoss
Kalte Außenluft, die durch die Gebäudehülle gelangt, fällt nach unten und bildet eine kalte Luftzone in Fußbodennähe. Kalte Füße sind die Folge.
5. Sicherstellung der Funktion der Lüftungsanlage
Beim Einsatz einer Lüftungsanlage mit oder ohne Wärmerückgewinnung möchte man den hygienisch notwendigen Lüftungsbedarf decken, ohne die Luft über die undefinierten Leckstellen der Gebäudehülle zu leiten. Luft strömt nur da, wo ein Druckgefälle vorhanden ist. Deshalb baut eine Lüftungsanlage geringe Druckdifferenzen zwischen innen und außen auf. Leckstellen stören dabei. Darum gelten beim Einbau von Lüftungsanlagen erhöhte Anforderungen an die Luftdichtheit.
6. Sicherstellung des Schalldämmmaßes von Bauteilen
Bei der Schallübertragung herrschen ganz spezielle physikalische Gesetze. Bereits schmale Schlitze in einer Wand lassen die Wand als schalldurchlässig erscheinen. Die schallleitende Wirkung von kleinen Ritzen wird meist unterschätzt.
7. Sicherstellung der Dämmwirkung von Außenbauteilen
Wärmedämmung beruht auf dem Einschluss von Luft in Hohlräumen des Dämmmaterials. Wenn das Dämmmaterial von Luft durchströmt wird, wird ihm die Wärme entzogen und das Dämmmaterial verliert seine Wirkung.